Die Orgel in St. Martin Batzenhofen

Sieht nicht schlecht aus, ist aber irreparabel: Die Orgel in St. Martin, Batzenhofen

Bei der Batzenhofener Orgel handelt es sich um eine pneumatische Kegelladenorgel. Dieser Orgeltyp entstand Mitte des 19. Jahrhunderts und ist aufgrund des relativ einfachen Konstruktionsprinzips trotz der Nachteile, welche dieses mit sich bringt, weit verbreitet: Für jede Orgelpfeife ist ein eigenes, kegelförmiges Ventil vorhanden, welches sich in den entsprechenden Registerkanzellen des zugeordneten Windladens befindet und nach dem Öffnen den Wind von der Registerkanzelle zur Orgelpfeife freigibt.
Erfolgt die Ansteuerung dieser Ventile wie in Batzenhofen pneumatisch, so wird durch das Drücken einer Taste zunächst nur ein Hilfsventil geöffnet, welches einen kleinen Lederbalg aufbläst, der dann das eigentliche Kegelventil der Pfeife öffnet. Dies hat dies typischerweise eine unpräzise Funktion zur Folge, welche durch den Verlust an Winddruck in den langen, engen Bleiröhren der pneumatischen Traktur entsteht und zudem ein verzögertes Ansprechen mit sich bringt. Weiter neigen die Kegelventile dazu, Nebengeräusche zu verursachen, die sich bei Betätigung mehrerer Ventile pro Ton vervielfachen.
Die Batzenhofener Orgel entstand als Opus 58 in den Jahren 1919/20 in der Orgelbauanstalt Julius Schwarzbaur in Mindelheim mit folgender Disposition:
 
1. Manual2. ManualPedal
C - f'''C - f'''C - d'
 schwellbar 
Bourdon 16'  
Principal 8'Geigenprincipal 8'Subbaß 16'
Gedeckt 8'Lieblich gedeckt 8'(Stillgedeckt 16')
Flöte 8'Salicional 8'Violinbaß 8'
Salicional 8'Aeoline 8'Cello 8'
Octav 4'Voxcoelestis 8' 
 Traversflöte 4' 
 Quinte 2 2/3' 
 Piccolo 2' 

Normalkoppeln, Superoktavkoppel II-I, Suboktavkoppel II-I
Knöpfe: Pianopedal, Auslöser; piano, mezzoforte (m.h.), forte, tutti
Jalousietritt

Neben den oben beschriebenen, bauartbedingten Unzulänglichkeiten weist die Orgel weitere bedeutende Schwachstellen auf: Für die freistehende Aufstellung des Spieltisches mitten vor dem Instrument und mit Blick des Spielers zum Altar wurde unverhältnismäßig viel Platz benötigt. Zusammen mit der Stellung der beiden Manualwindladen auf Sturz, was eine große Orgeltiefe bedingt, ergibt sich insgesamt eine sehr enge, schlecht zu wartende Anordnung mit schlechter Klangabstrahlung.

Erklärungen in Anlehnung an Wikipedia
 
Information zur Batzenhofener Sankt Martins Kirche
Die geschichtliche Entwicklung der Orgel

 
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